Themenwoche - Verbraucher stärken im Quartier - 06.08.21

Veröffentlicht am 06.08.2021 in Abgeordnete

Das Projekt „Verbraucher stärken im Quartier“ am Kieler Ostufer war mein Ziel am 06.08.2021. Gemeinsam mit Rita Hagl-Kehl, der Parlamentarischen Staatssekretärin bei der Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz besuchte ich Wirkungsstätten in den Kieler Stadtteilen Neumühlen-Dietrichsdorf und Gaarden.

Das bundesweite Projekt konzentriert sich auf Stadtteile, in denen viele sozial benachteiligte Menschen leben. Gerade sozial benachteiligte Menschen werden oft von Betrug und Abzocke im Verbraucheralltag besonders hart getroffen. Für Menschen, die mit wenig Geld auskommen müssen, kann schon ein Verlust von kleinen Summen erhebliche Einschränkungen im Alltag bedeuten. Die Mitarbeiter:innen bieten den Menschen Unterstützung vor Ort an, wenn sie aufgrund ihrer Lebensumstände sowie finanzieller Schwierigkeiten auf konkrete Hilfestellung angewiesen sind. Die geschulten Quartiers-Mitarbeiter:innen gehen auf Probleme ein, klären die Verbraucher:innen auf und unterstützen das Selbsthilfepotenzial. Bei Fragen zu Themen wie Kostenfallen im Internet, Energie-Sperren oder Schulden stehen die Quartiers-Mitarbeiter:nnen vor Ort zur Verfügung. Darüber hinaus bieten sie Vorträge und Aktionen in Schulen, Moscheen, Kirchen, oder Senioreneinrichtungen an.

Bei einem Quartiersrundgang in Dietrichsdorf lernten wir den dortigen Aktionsbereich des Projektes kennen. Dietrichsdorf hat nur 26 Anlaufstellen einschließlich Schulen, Kitas u.ä. wo die Menschen zu erreichen wären. Das ist eine Herausforderung für die Arbeit der Projektmitarbeiter:innen. Von Dietrichsdorf ging es mit der Schwentinelinie zur Reventloubrücke und anschließend mit dem Fördedampfer zur Bahnhofsbrücke und zu Fuß weiter nach Gaarden. Diese Zeit konnten wir gut für einen regen Gedankenaustausch mit unseren Gastgeber:innen nutzen.

In Garden suchten wir die Jüdische Gemeinde, das SH-Quartiersmanagement der Stadt Kiel, das Vinetazentrum und die Türkische Gemeinde auf. Gaarden ist geprägt von einer großen Vielfalt an Treffs, Vereinen und Cafés. Hier gibt es die verschiedensten Möglichkeiten, mit Verbraucher:innen Kontakt aufzunehmen. Allerdings ist es hier auf Grund der jährlichen Fluktuation von ca. 6.000 Menschen schwer, beständige Strukturen herzustellen. Dabei werden gerade bei Migranten Opfer Betrugsmaschen, dazu zählen untergeschobene Verträge oder Inkasso-Mahnungen. Die Skrupellosigkeit der Betrüger ist für die mobilen Beraterinnen immer wieder schockierend. Das Beratungsangebot der mobilen Verbraucherberater:innen wird dringend gebraucht.

Über das Bundesprogramm „Verbraucher stärken im Quartier“ wird derzeit jeweils nur  ein Projekt je Bundesland finanziert. Wir waren uns einig, dass solche Beratungsangebote dringend erforderlich sind und auch in anderen Kommunen des Landes eingerichtet werden sollten, nicht nur in Kiel. Bei diesem Vor-Ort-Termin habe ich viele Anregungen für meine Arbeit als verbraucherpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion bekommen.